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  • Menstruationszyklus – Teil 1: Menstruation

    Menstruationszyklus – Teil 1: Menstruation

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    Ich habe eine 4-teilige Artikelreihe gestartet, in der ich über die unterschiedlichen Phasen des Menstruationszyklus schreibe. Der Fokus liegt darin, meinen Körper bewusst wahrzunehmen und zu spüren, was in der jeweiligen Phase geschieht und wie ich sie für mich nutzen kann.  Nicht nur in Bezug auf die physischen Körperfunktionen, sondern vor allem anhand der jeweiligen Energie und Emotionen. Das geht soweit, dass es sogar Sinn macht, seine Termine anhand des Menstruationszyklus zu planen.

    Die Artikel sind stets nach vier Prinzipien gegliedert:

     

    Was passiert grade?

    Hier gibt es einen kurzen Überblick der Prozesse, die in dieser Zyklusphase im Körper ablaufen.

     

    Wie fühle ich mich?

    Hier geht es um Energie und Emotionen der jeweiligen Phase. Das ist natürlich sehr individuell, daher kann ich das lediglich aus meiner Perspektive erzählen. Allerdings kannst du ja mal beobachten, ob es bei dir ein ähnliches Muster gibt.

     

    Was hilft mir in dieser Zeit?

    Was hilft mir, um diese Phase angenehmer zu gestalten? Was fällt mir in dieser Phase gerade besonders leicht oder schwer?

     

    Was tue ich?

    Wie verbringe ich diese Zeit am liebsten? Was funktioniert grade gut für mich, was überhaupt nicht? Welche Termine packe ich in diese Phase, welche eher nicht?

     

    Vielleicht hilft dir das, deinen eigenen Zyklus besser zu verstehen und dein Leben mit ihm im Einklang zu führen.

     

     

    Hier klicken, um zum Intro der Beitragsreihe zu gelangen.

    Bitte beachte: Ich bin weder Ärztin noch ausgebildete Menstruationsexpertin oder etwas in der Art. Alles, worüber ich hier schreibe, habe ich mir angelesen oder während meines eigenen Zyklus erfahren. Das soll für dich als Inspiration dienen, deinen eigenen Menstruationszyklus genauer zu beobachten und kennenzulernen. Falls du bemerkst, dass dein Zyklus sehr unregelmäßig ist, du sehr starke Schmerzen empfindest oder etwas in der Art, geh bitte unbedingt zu einer Ärztin und lass das dort abklären. Diese Artikel können und sollen nicht den Rat eines Facharztes ersetzen.

    Was passiert grade?

    Wenn es nicht zu einer Einnistung einer Eizelle kommt, fällt die Konzentration des Hormons Progesteron (Gelbkörperhormon) ab, genauso wie die Konzentration von Östrogen. Dieser Abfall setzt den Prozess in Gang, dass die oberste Hautschicht der Gebärmutterschleimhaut durch Kontraktionen der Gebärmuttermuskeln abgestoßen wird, zusammen mit etwa 50ml Blut. Diese Kontraktionen spüren wir anhand der Krämpfe während unserer Periode. Das ist natürlich sehr oberflächlich erklärt, aber ich möchte dir hier auch nur einen ganz groben Überblick geben, was in dieser Zeit passiert. Wenn du dich da genauer reinlesen möchtest, findest du im Internet etliche Artikel die die genauen Prozesse beschreiben, die während der Menstruation im Körper ablaufen. Ich möchte mich eher auf die Bereiche fokussieren, die weniger oft angesprochen werden. Also, wie fühle ich mich, was hilft mir und was tue ich.

    Die Antworten darauf sind natürlich sehr individuell, daher kann ich sie nur für mich persönlich beantworten. Vielleicht geht es dir aber ähnlich wie mir und du findest hier Tipps, die dir ebenfalls helfen. Idealerweise wirst du sogar dazu inspiriert, dich selbst mal genauer zu beobachten in dieser Zeit und diese Fragen für dich selbst zu beantworten.

    Wie fühle ich mich?

    Während meiner Menstruation ist meine Energie auf dem absoluten Tiefpunkt. Ich könnte eigentlich die meiste Zeit des Tages schlafen. Wenn ich es mir erlauben kann, tue ich das auch. Ansonsten bin ich schon immer von starken Schmerzen während meiner Periode geplagt. Diese spüre ich allerdings nicht nur im Unterbauch als Krämpfe, sondern teilweise auch bis in den unteren Rücken als permanenten Schmerz, fast schon Kreuzweh. Manchmal kommt auch Schwindel hinzu und wenn die Schmerzen richtig fies sind, kann es passieren dass ich mich sogar übergeben muss deswegen.

    Was hilft mir in dieser Zeit?

    Ich benutze schon seit etwa einem Jahr einen Menstruationscup in Verbindung mit waschbaren Stoffbinden. Meist kündigt sich meine nahe Periode durch erste Blutstropfen während des Toilettengangs an. Dann benutze ich eine Stoffbinde und warte ab, bis die Menstruation sich komplett zeigt. Ist es soweit und die richtige Blutung beginnt, koche ich meinen Cup aus und setze diesen ein. Ich nutze die Stoffbinden aber weiterhin als Backup in meinem Slip. Das hat den Grund, dass der Cup bei mir so gut funktioniert, dass sowohl Blut als auch Schleimhaut ungestört abfließen können. Meine Periode dauert bei mir daher im Schnitte 2 bis max. 3 Tage, vom ersten bis zum letzten Tropfen Blut. Das bedeutet aber auch, dass innerhalb dieser Tage sehr viel Blut in kurzer Zeit abfließt. Der Menstruationscup hat am oberen Ende kleine Löcher die verhindern, dass ein Vakuum entsteht. Wenn er jetzt aber ziemlich voll ist und ich mich noch dazu bewege oder liege kann es sein, dass durch diese Löcher etwas Blut aus dem Cup ausläuft. Irgendwann ist der Cup eben auch mal voll und läuft über. Dieses Blut fange ich mit der Stoffbinde in meinem Slip auf. Nach etwa 1-2 Tagen kann ich auf den Cup verzichten und nutze nur noch die Stoffbinde, für die letzten Blutstropfen. Der Cup wird wieder ausgewaschen und die Stoffbinden werfe ich einfach in die Waschmaschine. Für mich ist diese Lösung ideal. Blut und Schleimhaut können so ungestört abfließen und werden nicht, wie bei einem Tampon, aufgestaut. Außerdem spare ich mir jede Menge Müll und Geld, da sowohl der Menstruationscup als auch die Stoffbinden einmalige Anschaffungen sind, die jahrelang benutzt werden können.

    Der Menstruationscup ist von MeLuna. Mir gefällt daran, dass es den Cup dieser Marke in acht verschiedenen Größen und drei verschiedenen Weichheitsgraden gibt. Außerdem kannst du zwischen drei verschiedenen Griffvarianten wählen oder deine Tasse ganz ohne Griff bestellen.

    Meine Stoffbinden habe ich bei Kulmine gekauft. Ich habe welche mit Flügeln, jeweils 3 in der Große Midi und Maxi.

    Des Weiteren nehme ich während meiner Menstruation Magnesium ein. Diesen Tipp habe ich von Noemi Christoph, den sie mir mal in Berlin gab. (Zu Noemi komme ich übrigens später nochmal in diesem Beitrag zurück.) Ich beginne mit der Supplementierung von Magnesium bereits, sobald ich feststelle, dass sich meine Periode anbahnt, also gerne auch schon 1-2 Tage davor. Magnesium wirkt krampflösend, daher wird es von Sportler:innen zur Linderung von etwa Wadenkrämpfen eingenommen. Bei mir wirkt es zur Linderung der Unterleibskrämpfe während der Menstruation und es verhindert auch Migräneattacken, die ich früher gerne mal während meiner Periode bekommen habe. (Quasi als Kirsche auf der Sahnetorte, weil Bauchkrämpfe ja noch nicht genug sind). Magnesium zur Einnahme kannst du dir in jedem Drogeriemarkt besorgen oder du fragst in einer Apotheke danach. Ich nehme das in Tablettenform morgens, wie gesagt 1-2 Tage vor der Menstruation bis 1-2 Tage danach.

    Daneben hilft mir Wärme sehr gut während meiner Periode. Ich nutze dazu ein Kirschkernkissen, das ich zu Hause im Ofen erwärme oder im Winter einfach eine Zeit lang auf die Heizung lege. Das Kissen kann übrigens auch in der Mikrowelle erwärmt werden. Wenn ich früher, als ich noch angestellt war, trotz Menstruation arbeiten musste, nahm ich mir das Kissen gerne mit ins Büro. Dort erwärmte ich es in der Büro-Mikrowelle und packte es anschließend in Höhe meines unteren Rückens auf den Schreibtischstuhl. Wenn ich die Wärme an dieser Stelle platziere, hilft das bei mir besonders gut und lindert nicht nur die Krämpfe, sondern auch die Kreuzschmerzen. Falls du nicht in einer sitzenden Tätigkeit arbeitest, hab ich gute Erfahrungen mit Wärmeumschlägen aus der Apotheke gemacht. Die kannst du dir wie einen Gürtel umschnallen und auch ganz diskret unter der Kleidung tragen. Diese sind allerdings nicht ganz günstig und leider auch nur für den einmaligen Gebrauch und somit leider nicht so nachhaltig. Es gibt aber auch mehrfach verwendbare Wärmegürtel.

    Vielleicht geht es dir ähnlich wie mir und du verspürst während deiner Periode einen Appetit auf Schokolade, Chips oder andere als ungesund geltende Lebensmittel. Das ist völlig okay und ich finde, du solltest dir das auf keinen Fall verbieten. Ich esse dann gerne Zartbitterschokolade. Die gibt es in veganen Varianten und sie stillt die Lust auf Süßes, ohne dass ich sofort die ganze Tafel verputzen möchte. Chips gönne ich mir manchmal auch, aber meist halten diese nicht, was sie versprechen und schmecken schlicht nicht. (Tipps für leckere vegane Chips gerne in die Kommentare). Übrigens, seit ich auf meinen Körper höre weiß ich, dass diese Zeit der Süßigkeiten vorbeigeht. Schon bald nachdem meine Periode vorbei ist, hab ich viel mehr Lust auf Lebensmittel wie Obst, frisches Gemüse usw. Daher ist das für mich auch kein Problem, mir gerade jetzt Schokolade und andere, vermeintlich ungesunde Sachen zu gönnen.

    Was hilft mir noch?

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    • Auf dem Bauch liegend schlafen. Ich finde, damit sind die Schmerzen oft besser auszuhalten
    • Frische Luft und Bewegung. Wenn ich wirklich lange auf der Couch gelegen habe, giert mein Körper praktisch danach, sich wieder zu bewegen. Entweder durch einen ausgedehnten Spaziergang oder durch leichtes Radfahren. Frische Luft hilft außerdem gegen das schwummerige Gefühl, dass ich oft während meiner Menstruation im Kopf spüre
    • Yoga. Ich mag Yoga sowieso und praktiziere es am liebsten jeden Tag, gerne morgens nach dem Aufwachen. Während meiner Menstruation greife ich auf Asanas zurück, die den Fokus mehr auf Halten und Dehnen als auf Dynamik setzen. Diese Anleitung von Adriene Mishler (Yoga with Adriene) nutze ich sehr gerne.

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    Was tue ich?

    Jetzt wird’s richtig spannend. Denn hier dreht es sich darum, wie ich diese Zeit am besten nutzen kann und in meine Terminplanung integriere.

    Ehrlich gesagt, wenn es geht versuche ich während meiner Menstruation überhaupt keine Termine zu vereinbaren. Ich bin zu der Zeit am liebsten zu Hause. Nicht zuletzt auch, weil ich innerhalb kurzer Zeit sehr viel Blut verliere. Neben dem Aspekt, dass ich daher oft auf Toilette renne, ist dieser Blutverlust auch anstrengend für mich. Ich bin schon mehrmals während meiner Menstruation einfach umgekippt, weil ich nicht auf meinen Körper gehört und mal einen Gang runtergeschaltet habe. Ich mag es auch nicht gerne, in dieser Zeit viele Menschen um mich herum zu haben. Ich brauche Ruhe um ganz bei mir und meinen Gedanken sein zu dürfen. Es gibt einen Ansatz, den Menstruationszyklus anhand der Jahreszeiten zu beschreiben. Die Menstruation ist in diesem Fall der Winter. Ich mag das sehr, schafft diese Beschreibung doch genau das Bild, welches ich während dieser Zeit habe. Winter ist die Phase, in der wir uns meist lieber drinnen aufhalten. Wir ziehen uns zurück, werden ruhiger, reflektieren mehr und sind dankbar für Wärme die von außen zugeführt wird. Genauso verhält es sich während der Menstruation.

    Die Periode ist für mich eine Zeit der Reinigung und Reflexion. Nicht nur mein Körper wird gereinigt, sondern ich versuche auch meinen Kopf und mein Denken einer Reinigung zu unterziehen. In dieser Zeit fällt es mir besonders leicht, in mich zu gehen, zu reflektieren und Pläne für die nächste Zeit zu erstellen. Ich lasse los, was nicht mehr zu mir passt und wähle aus, was ich zukünftig in mein Leben integrieren möchte.

    Ich schreibe in dieser Zeit besonders gerne Dinge auf, mein Notizbuch füllt sich mit neuen Ideen und Gedanken. Für mich ist die Menstruation längst nicht mehr nur ein notwendiges Übel, sondern ich zelebriere sie. Mal mehr, mal weniger äußerlich sichtbar. Doch ich nehme sie für mich selbst mittlerweile sehr bewusst wahr und empfinde Dankbarkeit für den wunderbaren Prozess, den mein Körper unterläuft.

    Ich habe ja weiter oben im Text schon über Noemi Christoph geschrieben. Hier möchte ich sie nochmal im Speziellen Erwähnen. Zum einen, weil ich durch sie viele Anregungen über die Beschäftigung mit der Menstruation erhalten habe. Durch ihren Instagram-Kanal, in dem sie sehr viel Aufklärungsarbeit zu diesem Thema leistet, durch ihren Blog aber auch durch persönliche Gespräche (und sei es nur als Textnachricht). Wenn du einen Weg suchst, deine Menstruation bewusster wahrzunehmen und ihr dafür vielleicht sogar ein Ritual zu widmen, kann ich dir folgenden Blogbeitrag von Noemi ans Herz legen. https://noemichristoph.com/ein-ritual-fuer-die-menstruation/

    Hier beschreibt Noemi ihr persönliches Menstruations-Ritual, das sie zu Beginn jedes Zyklus durchführt. Vielleicht wäre das ja auch etwas für dich, um deine Periode bewusster zu erleben.

    Natürlich verstehe ich, wenn du die Menstruation (noch) nicht als etwas Positives erkennen kannst. Eine Zeit die geprägt ist von Blut und Schmerzen, in der wir uns permanent unsauber fühlen (oder von der Gesellschaft eingeredet bekommen, dass wir es sind) führt nicht gerade zu Glücksgefühlen. Aber andererseits wird es Zeit, dass die Menstruation endlich aus der Ecke hervortritt und in der Mitte der Gesellschaft Platz findet. Überleg mal, wann du deine Periode das erste Mal bekommen hast und wie lang, wie viele Jahrzehnte, sie ein Teil deines Lebens sein wird? Es wird Zeit, dass wir uns deshalb nicht mehr verstecken und dass wir aufhören, im Flüsterton hinter vorgehaltener Hand darüber zu reden. Hygieneprodukte während der Produkte sind keine Drogen, die heimlich beschafft werden müssen, dennoch fühlt es sich manchmal so an. Wer von uns hat nicht schon heimlich eine Freundin oder Kollegin beiseite genommen um sie zu fragen, ob sie was dabei hat…für…naja… „die Tage, du weißt schon“. Schluss damit. Schluss mit der Scham, Schluss mit Bezeichnungen wie Plage und Übel. (Von Begriffen wie Erdbeerwoche etc. fange ich gar nicht erst an).

    Sei dankbar, dass dein Körper funktioniert. Sei dankbar, für diese Reinigung und den Neubeginn. Und ja, nimm dir diese Zeit für dich, so gut es geht. Das ist die Zeit, um egoistisch zu sein und dich in den Vordergrund zu stellen. Ich weiß, das geht nicht immer. Aber der erste Schritt ist, dass du es versuchst und diese Priorität für dich selbst setzt. Aber hey, du musst trotzdem keine Heldin sein. Wenn du starke Schmerzen hast, halte nicht unnötig aus. Nimm dir eine Schmerztablette oder geh zu deiner Ärztin und rede mit ihr darüber. Vielleicht redest du mit ihr auch mal über das Thema Endometriose. Lass dich nicht abwimmeln, frag ihr Löcher in den Bauch.

    So, das war jetzt ganz schön viel Input, aber die Menstruation ist ja eben auch ein komplexes Thema. Natürlich musst du sie nicht so angehen, wie ich das tue aber ich hoffe mein Beitrag hier hat dir dennoch geholfen, diese Zeit mit anderen Augen zu sehen. Vielleicht kannst du dich etwas mit deiner Periode versöhnen und hast hier den ein oder anderen Tipp gefunden, um sie dir erträglicher zu gestalten. Es würde mich sehr freuen zu hören, ob dieser Artikel hilfreich für dich war oder ob du andere Tipps für die Menstruation hast.

    *Information bzgl. Werbekennzeichnung: Ich verlinke hier andere Accounts und / oder Produkte. Dadurch habe ich keinerlei Vorteil, auch nicht finanziell. Ich nenne und verlinke diese Accounts und Produkte, weil sie für diesen Beitrag einen Mehrwert bieten, ich selbst davon überzeugt bin und sie dir empfehlen kann.

  • Der Menstruationszyklus – Intro

    Der Menstruationszyklus – Intro

    Wenn vom Menstruationszyklus die Rede ist, denken wir zuerst an die Menstruation selbst. Die +/- eine Woche in der wir bluten und oft Schmerzen leiden. In meiner damaligen Vorstellung passierte dann lange nichts, bis zur nächsten Menstruation. Klar war mir bewusst, dass die Periode dazu dient, die alte Gebärmutterschleimhaut abzustoßen, in die sich keine Eizelle eingenistet hat. Über die genauen Prozesse inklusive der beteiligten Hormone war ich wenig informiert. Sicher wurde das irgendwann mal im Biologie-Unterricht erklärt. Doch erstens, ist das oft nicht der passende Raum um Fragen zu stellen, wenn es dir meist eh schon peinlich ist in Anwesenheit deiner Mitschüler:innen über dieses Thema überhaupt zu reden. Zweitens dreht es sich auch im Bio-Unterricht mehr um die allgemeinen körperlichen Prozesse.

    Was hier oft vernachlässigt wird sind folgende Fragen: Wie fühle ich mich zu welchem Zeitpunkt des Zyklus? Wie wirken sich die beteiligten Hormone auf meine Energie aus? Was bewirkt der Eisprung in Bezug auf meine Ausstrahlung? Wie kann ich meine Terminplanung anhand meines Zyklus gestalten und warum sollte ich das tun?

    Das sind nur einige Fragen auf die ich gestoßen bin, seit ich mich intensiver mit meinem Menstruationszyklus befasst habe. Doch solche Fragen werden im Unterricht nicht behandelt. Wenn der Zyklus in der eigenen Familie keine Wertschätzung erhält, auch dort nicht. Aber genau dieses Wissen kann den Unterschied ausmachen, ob du den Menstruationszyklus als leidvolles Übel (oder sogar Plage) wahrnimmst, oder als das Wunder, das er eigentlich ist.

    Deshalb möchte ich auf genau solche Fragen in meiner Artikelreihe zum Menstruationszyklus eingehen und sie aus meiner Sicht beantworten. Ich lasse dich daran teilhaben, was ich über meinen Zyklus gelernt habe und wie du deinen eignen Menstruationszyklus entdecken und nutzen kannst.

    Die Beitragsreihe habe ich in 4 Teile plus dieser Einleitung unterteilt, anhand der vier Phasen die wir während unseres Zyklus durchlaufen:
    (Die Links zum jeweiligen Beitrag findest du am Ende des Intros)

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    • Menstruation

    • Follikelphase

    • Ovulationsphase (Eisprung)

    • Lutealphase

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    Ich mag es übrigens, den Menstruationszyklus anhand der Jahreszeiten zu beschreiben, also jeder Phase eine Jahreszeit zuzuordnen. Diese Idee stammt nicht von mir, aber ich hab sie für mich übernommen, weil sie für mich so anschaulich ist.

    Das bedeutet, die Menstruation ist der Winter, die Follikelphase der Frühling, die Ovulationsphase der Sommer und die Lutealphase der Herbst.

    In den einzelnen Beiträgen zum entsprechenden Abschnitt des Menstruationszyklus erkläre ich dir, warum das so gut passt und für mich so ein greifbares Bild im Kopf ergibt.

    [dt_quote background=“fancy“]Ich bin übrigens weder Ärztin noch ausgebildete Menstruationsexpertin oder etwas in der Art. Alles, worüber ich in den kommenden Beiträgen schreibe, habe ich mir angelesen oder während meines eigenen Zyklus erfahren. Das soll für dich als Inspiration dienen, deinen eigenen Menstruationszyklus genauer zu beobachten und kennenzulernen. Falls du bemerkst, dass dein Zyklus sehr unregelmäßig ist, du sehr starke Schmerzen empfindest oder etwas in der Art, geh bitte unbedingt zu einer Ärztin und lass das dort abklären. Diese Artikel können und sollen nicht den Rat eines Facharztes ersetzen.[/dt_quote]

    Bevor es jetzt endlich mit Teil 1 losgeht, noch ein Wort zur Pille bzw. generell zur hormonellen Verhütung. Falls du eine hormonelle Verhütungsmethode benutzt, werden die Phasen, die ich hier beschreibe, nicht anwendbar sein. Denn durch die Einnahme zum Beispiel der Pille führst du deinem Körper Hormone zu, um u.a. den Eisprung zu unterdrücken. Du hast auch keine „normale“ Monatsblutung. In der Zeit der Pilleneinnahme findet lediglich eine sog. Abbruchsblutung statt. Diese wird durch den Hormonentzug der 7-tägigen Pause ausgelöst, in der du die Pille nicht nimmst. Hier auf dem Blog von Sarah alias Die Menstruationsbeauftragte habe ich eine schöne Zusammenstellung der unterschiedlichen Blutungen gefunden. Auch die Abbruchblutung wird verständlich erklärt. 

    Was bedeutet das für dich, wenn du die Pille nimmst? Du kannst dir gerne trotzdem meine Beiträge durchlesen und deinen Zyklus beobachten. Doch leider gehen dir durch eine hormonelle Verhütung viele der wunderbaren Eigenschaften des Zyklus verloren. Das hier ist keine Beratung oder gar Aufforderung, dass du die Pille absetzen sollst. Das kann und will ich überhaupt nicht für dich entscheiden. Auch hier solltest du lieber deine Ärztin zu Rate ziehen und mit ihr dieses Thema besprechen. Was ich aber tun kann, ist dir meine Geschichte zu erzählen, was passiert ist als ich die Pille abgesetzt habe.

    Einer der Hauptgründe um mir die Anti-Baby-Pille verschreiben zu lassen war neben der Verhütung der Aspekt, meine Menstruationsschmerzen damit zu verringern. Heute bin ich fast schon fassungslos, wie leicht dieses Argument akzeptiert wurde. Anstatt die wirklichen Hintergründe der Schmerzen zu beleuchten, wurde ich untersucht und spazierte nach weniger als ½ Stunde mit dem Rezept der Pille aus der Praxis. Da ich sie zum ersten Mal mit ca. 17 Jahren eingenommen hatte, zwischendurch absetzte und sie mir nochmal mit Mitte 20 verschrieben ließ kann ich behaupten, dass es auch beim zweiten Mal so ablief. Den Begriff Endometriose habe ich zum ersten Mal Anfang 30 gehört und das nur, weil ich bei einer Onlinerecherche selbst darauf gestoßen bin. Aktuell ist nicht bestätigt, ob das bei mir der Fall ist. Dennoch fand ich es schockierend, das mich bisher kein:e Gynäkolog:in, trotz meiner großen Schmerzen, daraufhin beraten hat. Die Lösung war die Verschreibung der Pille zur Linderung der Schmerzen. Falls du noch nie etwas zum Thema Endometriose gehört hast, kann dir dieser Artikel der Frauenärzte im Netz vielleicht weiterhelfen.

    Als ich die Pille mit Ende 20 endgültig absetzte und meinen Zyklus zum ersten Mal genau beobachtete, stellte ich fest, was ich meinem Körper damit eigentlich zugemutet hatte. Zum einen rannte ich die ersten paar Tage ständig zur Toilette, da die Pille Wassereinlagerungen in meinem Körper verursacht hatte. In dem Maße, dass ich allein durch das Abfließen dieses Wassers 2kg Körpergewicht verlor. Des Weiteren fühlte es sich an, als wären meine Emotionen unter einer Glasglocke verborgen gewesen, die plötzlich angehoben wurde. Es ist unglaublich schwer zu beschreiben, aber ich fühlte plötzlich viel mehr und das in alle Richtungen. Sowohl Trauer und Wut, aber eben auch Liebe, Glück, Freude. Alles fühlte sich so viel voller an. Nicht zuletzt spürte ich meine Libido plötzlich wieder viel stärker. Für mich war das Absetzen der Pille also der absolut richtige Schritt. Ich kann verstehen, dass es für manche Frauen Gründe geben mag, weiterhin die Pille einzunehmen. Aber vielleicht kann es auch sinnvoll für dich sein, über eine andere Art der Verhütung nachzudenken, die nicht so stark in die natürlichen Kreisläufe deines Körpers eingreift. Falls du dich dafür entscheidest, sprich auch hier am besten vorher mit deiner Ärztin darüber.  Meine Menstruationsbeschwerden habe ich mittlerweile übrigens trotzdem im Griff. Wie, das erzähle ich dir im Teil 1 der Beitragsreihe zum Thema Menstruation.

    Damit geht´s jetzt gleich auch mal los, genug der Vorrede. Wie gesagt, alles worüber ich schreibe beruht auf eigenen Recherchen und Erfahrung. Es ist für dich als Anleitung und Inspiration gedacht, deinen Menstruationszyklus besser kennenzulernen. Einen medizinischen Rat kann ich dir selbstverständlich nicht geben. Im Zweifelsfall wende dich bitte immer an eine:n Gynäkolog:in deines Vertrauens, okay?

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